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Allgemeine Führung

Die Besichtigung von Schloss Berchtesgaden ist nur mit einer Führung möglich und umfasst 30 von insgesamt 214 Räumen. Führungen werden ganzjährig angeboten.

In den Räumen des ehemaligen Klosters befinden sich eine Vielzahl bedeutender Kunstwerke. Unter den über 3.000 Exponaten sind zwei Altarbilder von Tilman Riemenscheider (um 1500), eine Madonna aus dem Umkreis von Veit Stoß, Gemälde aus der Schule von Lucas Cranach d. Ä., von Peter Gertner, Barthel Beham und Karl Rottmann, einem der bedeutendsten Maler aus der Zeit von König Ludwig I. von Bayern (1825-1848), sowie von der „Münchner Schule‟. Die Räume sind meist mit Originalmobiliar aus deren Zeit eingerichtet – von der Gotik bis zum Empire und Biedermeier.

Drei Waffenkammern zeigen barocke Jagdgewehre und mittelalterliche Kriegswaffen. Ein kompletter Prunkharnisch, 1579 vom berühmten Augsburger Plattner Anton Peffenhauser für Herzog Albrecht V. von Bayern gefertigt, zeigt die Pracht fürstlicher Turnierausstattung.

In den beiden Renaissancesälen, dem ehemaligen Parlatorium und Refektorium, sind drei Portale aus Schloss Neuburg an der Donau eingebaut, eines davon aus Marmor. Eine Besonderheit ist der „Liedertisch‟ mit einer sechsstimmigen Palestrina-Motette, die Kaspar von der Sitt 1591 mit Salpetersäure in eine Platte aus Solnhofener Stein ätzt.

In der Suite Kronprinz Rupprechts von Bayern im ersten Stock des Südflügels befindet sich der „Große Speisesaal‟ mit einem Tafelaufsatz aus Nymphenburger Porzellan mit Buchshecken, Putti und Engeln.

Den so genannten „Sträflingsschrank‟ fertigt 1750 Johann Georg Wahl für Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz. Der Schreiner soll sich des Missbrauchs des kurfürstlichen Siegels schuldig gemacht haben und erhofft mit der Fertigung des Schranks seine Begnadigung zu erlangen. Das Möbel ist verziert mit Intarsien aus Elfenbein und Perlmutt und verfügt über 72 Schubladen, davon zwei geheime Fächer.

Im Sommer endet die Führung bei schönem Wetter im Oberen Rosengarten.